Doku-des-Alltags: Strecken und Bahnhöfe
Im Sommer 1994 war die Rendsburger Hochbrücke gerade noch ohne Oberleitung. Die Elektrifizierung schritt schon voran und der Bahnhof Rendsburg war schon unter dem Fahrdraht. Der elektrische Betrieb wurde dann im März 1996 aufgenommen. Die Brücke war davon noch unberührt. Allerdings war ein Streckengleis ausgebaut, damals wohl aus statischen Gründen. Inzwischen ist die Brücke ja wieder zweigleisig befahrbar.
Der Bahnhof Rendsburg liegt am km 113,8 ab Hamburg-Altona. Ursprünglich war es der km 108,3, denn durch den Bau der Brücke mit der Schleife und den Rampen hatte sich die Strecke verlängert.
1.) Punkt 12 Uhr, der Interregio von Flensburg nach Göttingen fährt ein. Auf Zielanzeiger von Gleis 3 ist noch der D 276 nach Frederikshavn angeschlagen, der an diesem Tag Verspätung hat.
2.) Der IR wird gezogen von 218 498 (Bw Lübeck, mit Pielstickmotor).
3.) Pünktlich um 12:03 geht die Fahrt weiter.
4.) Währenddessen nähert sich auf der Brücke der verspätete D-Zug. Bis zur Einfahrt in den Bahnhof vergehen allerdings noch gut fünf Minuten.
5.) Hier noch eine weitwinklige Ansicht. Auf der Brücke stehen noch keine Oberleitungsmasten. Bis zur Bahnhofsausfahrt hängt schon der Fahrdraht.
6.) Kurz darauf hat der Interregio mit 218 498 die Brücke erklommen. Da der Abschnitt auf der Brücke zu dem Zeitpunkt nur eingleisig betrieben wurde, muss wohl irgendwo in der Schleife eine Deckungsstelle gewesen sein.
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7.) Das namensgebende Bild dieses Beitrags. Schöner wäre es natürlich gewesen, wenn der Interregio schon ein Stück weiter genau bei der Überquerung der unteren Gleise gewesen wäre. Aber nur Dank der Verspätung des D-Zuges kam die Aufnahme überhaupt so zustande. Während 218 498 noch gen Scheitelpunkt dieselt, erreicht der D-Zug mit 218 102 (Bw Flensburg) den Bahnhof.
Netter Zufall: die zweite und die vorletzte Serienlok dieser Baureihe auf einem Bild. 218 102 wurde am 06.05.1971 und 218 498 am 12.06.1979 in Dienst gestellt.
8.) Ein letzter Blick auf den Interregio, der nun die unteren Gleise kreutzt. 218 498 erreicht gerade die ehemalige Signalbrücke der Blockstelle auf der Brücke. Hier ist auch das Stellwerk Rf zu sehen, das 1983 die mechanischen Stellwerke ersetzte. Das alte Stw Rf stand näher an den Bahnsteigen.
9.) Der D 276 zieht mit gut 22 Minuten Verspätung auch wieder seines Weges.
10.) Die Straßenseite des Empfangsgebäudes, dahinter das ehemalige Stellwerk Rn.
11.) Bahnsteigimpression mit zeitgenössischer Ausstattung.
12.) Nun noch eine Fahrt mit dem 628 über die Brücke. Die Zeit schrauben wir nochmal um 20 Minuten zurück. 928 213 (Bw Kiel) ist als RSB 4418 von Kiel nach Husum unterwegs. Gerade geht es die südliche Rampe hinauf, die Strecke schwenkt nun in Richtung Nordostseekanal.
13.) Ein wenig Achterbahnflair auf dem Weg zum Scheitelpunkt. Die gesamte Brücke ist 2486 m lang, der Hauptteil mit den Fachwerkbögen über dem Kanal 317 m. Dort hat die Brücke eine Stützweite von 140 m und eine lichte Höhe von 42 m. Gesamthöhe ist 68 m.
14.) Der Nord-Ostsee-Kanal ist überquert, nun gehts wieder abwärts. Der Brücke schließt sich ein Damm an, auf dem die Strecke in einer 180°-Kurve wieder nach unten geführt wird.
15.) Nach der Kehre kommt wieder die Brücke ins Blickfeld. Hier ist die Strecke wieder zweigleisig und bereits mit Oberleitungsmasten versehen.
16.) Der 628 nähert sich dem Einfahrsignal, hinter dem die Brücke unterquert wird.
17.) Ankunft in Rendsburg auf Gleis 4. Der Zug hat ein paar Minuten Aufenthalt.
18.) 628 213 setzt seine Fahrt nach Husum fort.
19.) Währenddessen hat der Gegenzug schon die Brücke erklommen und steuert seinem Ziel Kiel entgegen.
20.) Abschließend eine Ansicht der Brücke von Südwesten aus gesehen.